Inhaltsverzeichnis
Warum gibt es unterschiedliche Gebühren?
Wenn ein Kunde mit Karte bezahlt, fallen für den Händler Gebühren an – das sogenannte Disagio. Diese Gebühren unterscheiden sich erheblich je nach Kartentyp, und der Grund dafür liegt in der Struktur des Zahlungssystems.
Bei jeder Kartenzahlung sind mehrere Parteien beteiligt: die kartenausgebende Bank (Issuer), die händlerbetreuende Bank (Acquirer), das Kartennetzwerk (Visa, Mastercard, girocard) und der Zahlungsdienstleister. Jede Partei erhält einen Anteil der Gebühr.
Girocard (EC-Karte): Die günstige Option
Die girocard (umgangssprachlich „EC-Karte") ist das deutsche Debitkartensystem. Die Gebühren sind reguliert und deutlich niedriger als bei Kreditkarten:
- Interbankenentgelt: 0,20 % des Umsatzes (EU-reguliert, Obergrenze)
- Typische Händlergebühr: 0,25–0,95 % je nach Anbieter und Volumen
- Flatrate-Optionen: Ab 0,07 % bei CCV (bei hohem Volumen)
Die girocard ist mit über 100 Millionen ausgegebenen Karten das meistgenutzte Zahlungsmittel in Deutschland. Rund 75 % aller Kartenzahlungen im stationären Handel erfolgen per girocard.
Kreditkarte: Höhere Gebühren, mehr Akzeptanz
Visa und Mastercard sind internationale Kartennetzwerke mit höheren Gebühren:
- Interbankenentgelt: 0,30 % für Debitkarten, 0,30 % für Kreditkarten (EU-reguliert)
- Typische Händlergebühr: 0,89–2,75 % je nach Anbieter
- American Express: Noch teurer, oft 2–3 % (nicht EU-reguliert)
Kreditkarten sind besonders bei internationalen Kunden und im E-Commerce wichtig. Touristen und Geschäftsreisende zahlen fast ausschließlich mit Kreditkarte.
Gebührenvergleich nach Anbieter
| Anbieter | Girocard (EC) | Visa/Mastercard Debit | Visa/Mastercard Credit |
|---|---|---|---|
| SumUp | 0,90 % | 0,90 % | 1,90 % |
| myPOS | 0,90 % | 1,10 % | 1,30 % |
| Zettle | 0,95 % | 0,95 % | 2,75 % |
| PAYONE | 0,89 % | 0,89 % | 1,19 % |
| CCV | ab 0,07 % | ab 0,89 % | ab 0,89 % |
| Bezahlexperten | 0,25 % | 0,99 % | 0,99 % |
| VR Payment | 0,89 % | 0,89 % | 1,09 % |
| Revolut | 0,80 % | 0,80 % | 1,30 % |
Auffällig: Bei Anbietern ohne Fixkosten (SumUp, Zettle) ist die EC-Kartengebühr höher, dafür fallen keine monatlichen Kosten an. Bei Mietanbietern (CCV, Bezahlexperten) sind die EC-Gebühren deutlich niedriger.
Praxisbeispiel: Auswirkung auf Ihren Umsatz
Angenommen, Sie machen 10.000 € Kartenumsatz pro Monat, davon 70 % girocard und 30 % Kreditkarte:
| Anbieter | EC-Kosten (7.000 €) | Kredit-Kosten (3.000 €) | Gesamt + Fixkosten |
|---|---|---|---|
| SumUp | 63,00 € | 57,00 € | 120,00 € |
| Bezahlexperten | 17,50 € | 29,70 € | 57,10 € (+ 9,90 €) |
| CCV (Flatrate) | 4,90 € | 26,70 € | 61,50 € (+ 29,90 €) |
Bei 10.000 € Umsatz spart ein Mietanbieter wie Bezahlexperten über 50 € pro Monat im Vergleich zu SumUp – trotz Grundgebühr.
Fazit
Die Gebührenstruktur ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl Ihres EC-Cash-Anbieters. Je höher Ihr Kartenumsatz, desto wichtiger werden niedrige Transaktionsgebühren. Nutzen Sie unseren Kostenrechner, um die optimale Lösung für Ihr Geschäft zu finden.
Jetzt den passenden Anbieter finden
Vergleichen Sie alle EC-Cash-Anbieter kostenlos und unverbindlich. Nutzen Sie unsere Bedarfsanalyse für eine personalisierte Empfehlung.